Gedenkgottesdienst

Gedenkgottesdienst

Neben vielen anderen Ritualen spenden auch Gedenkgottesdienste den Hinterbliebenen Trost. Sie geben ihnen die Möglichkeit die Erinnerung an den Verstorbenen am Leben zu erhalten und für ihn zu beten. Zum Beispiel wird in der römisch-katholischen Kirche das Seelenamt traditionell ein Jahr nach dem Todestag des Verstorbenen gefeiert. Beim Seelenamt beispielsweise wird gemeinsam für den Toten gebetet, um sein Leiden im Fegefeuer zu verkürzen, wie es der christliche Glaube lehrt. Außerdem dient es der bewussten Erinnerung, zu welchem die Angehörigen zusammen kommen.


Inhalt traditioneller Gedenkgottesdienste

Diese besonderen Messen sind im Kirchenjahr der katholischen und der evangelischen Kirche fest verankert. Auf katholischer Seite wird der Gedenkgottesdienst zu Allerseelen bzw. Allerheiligen im November gehalten. Traditionell werden diese Tage genutzt, um den in diesem Jahr verstorbenen Gemeindemitgliedern zu gedenken. Die evangelische Kirche hingegen feiert den Totensonntag bzw. Ewigkeitssonntag am letzten Sonntag des Kirchenjahres. An den kirchlichen Gedenkgottesdiensten wird nicht nur um Erwachsene, sondern auch um Kinder oder Jugendliche getrauert, deren Familien Teil der Gemeinde sind.

Christliche Gedenkgottesdienste laufen meist nach einem bestimmten Muster ab, welches sich ungefähr so aufbaut:

  • Musik zum Eingang
  • Begrüßung durch den Pfarrer / Pastor
  • Eingangslied
  • Psalm
  • Eingangsgebet
  • Schriftlesung (zum Beispiel 1. Kor 15,35-38;42-44a)
  • Besinnung / Predigt
  • Anzünden der Kerzen für die Verstorbenen
  • Fürbittengebet
  • Abkündigungen / Danksagung
  • Segen
  • Nachspiel
Der Gedenkgottesdienst wird, wie jeder andere Gottesdienst, mit passenden Kirchenliedern geschmückt. Mit dem Nachspiel wird die Messe dann auf musikalische Art beendet.

Individuelle Gedenkgottesdienste

Abgesehen von den im Kirchenjahr fest eingeplanten Gedenkgottesdiensten können auch individuelle Gottesdienste abgehalten werden. Diese müssen keiner bestimmten liturgischen Struktur folgen. So können Angehörige einen Gedenkgottesdienst ganz individuell mit Hilfe ihres Pastors bzw. Pfarrers planen. Es besteht die Möglichkeit, Bilder oder die Namen des Toten aufzuhängen und den Gottesdienst mit dessen Lieblingsliedern zu untermalen. Oft werden auch Lieder gespielt, die besonders zu dem Verstorbenen gepasst haben. Auch werden Gedichte vorgetragen, die entweder extra für diesen Anlass geschrieben wurden oder nach Ansicht der Hinterbliebenen besonders gut zum Toten passen. In einigen Gemeinden werden auch Familienvideos gezeigt, die an die gemeinsame Zeit erinnern sollen.

Im Fall, dass der verstorbene Mensch gläubig war, seine Familie diesem Thema aber etwas ferner steht, kann mit dem Geistlichen in den meisten Fällen ein Kompromiss gefunden werden. In diesen Fällen werden die religiösen Aspekte, wie das Beten für die Seele des Toten, eher in den Hintergrund geschoben. So kann vor allem das Andenken eine zentrale Rolle in diesem Gedenkgottesdienst einnehmen. Den Wünschen des religiösen Verstorbenen wird so zwar nachgekommen, seine Familie und Freunde, die nicht an Gott glauben, können aber ganz zwanglos an der Messe teilnehmen. Vor allem für Familien mit Kindern bietet sich ein solcher Gottesdienst an, um diesen gegebenenfalls die Angst vor dem Tod zu nehmen.

Gedenkgottesdienste nach Katastrophen

Besondere Gottesdienste dieser Art werden auch gehalten, wenn viele Menschen durch eine Umweltkatastrophe oder einen Terroranschlag ihr Leben verloren haben. Wobei hier neben dem Seelenheil der Toten auch ein besonderer Fokus auf die betroffenen Familien beziehungsweise Überlebenden gelegt wird. Viele Menschen, die den Opfern fremd waren, nutzen diese Möglichkeit ihre Anteilnahme zu zeigen, um den Familien der Opfer Kraft zu geben. Meist wird auch den Helfern, die bei diesen tragischen Ereignissen vor Ort waren, für ihr außerordentliches Engagement gedankt.

Gedenkgottesdienste für Prominente

Die Nachrichten über den Todesfall eines prominenten Menschen verbreiten sich sehr schnell über die Presse oder soziale Medien wie Facebook. Deshalb erweisen Fans oder Sympathisanten ihrem Idol auf einem Gedenkgottesdienst die letzte Ehre und nehmen Abschied.

Je nach Beliebtheit trauert häufig sogar ein ganzes Land, wenn ein Mitglied der Königsfamilie oder ein hoher Politiker stirbt. Dieser Trauer wird auf einem Gedenkgottesdienst Ausdruck verliehen.

Weitere hilfreiche Informationen:

Bildquelle: © C.Sollmann, Bestattungen.de


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