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Hospizarbeit

Hospizarbeit

Einrichtungen für Sterbebegleitung gibt es schon seit Jahrzehnten. Nach Angaben des deutschen Hospiz- und PallativVerband e.V. ist die Zahl der ambulanten Dienste und stationären Einrichtungen in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Hospizdienste – eine große Unterstützung für Angehörige

Das Ziel der Hospizarbeit ist es, Sterbenden und schwerkranken Menschen ein würdevolles Sterben zu ermöglichen. Dazu gehört vor allem die palliative Pflege und Versorgung, genauso wichtig ist es jedoch, den Betroffenen Zeit und ein offenes Ohr zu schenken und für die Angehörigen da zu sein.
In der Arbeit eines Hospizdienstes kommen die sogenannte palliative Medizin und Pflege zum Einsatz. Ziel der Behandlung ist nicht die Heilung, sondern Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Ebenfalls eine wichtige Aufgabe der Hospizarbeit ist die emotionale Unterstützung - sowohl der Patienten als auch der Angehörigen. Diese "sind besonders dankbar dafür, dass sie bei der Pflege unterstützt werden, sodass sie sich ganz darauf konzentrieren können zu lieben und da zu sein", so Frau Bauer vom Hospiz an der Lutter in Göttingen. Denn Angehörige sind oft mit der Situation überfordert und brauchen Entlastung. Um dies leisten zu können, arbeiten in Hospizdiensten ausgebildete Sterbe- und Trauerbegleiter.
Neben der konkreten Hilfe für Betroffene hat die Hospizbewegung ein weiteres Ziel: Das Thema Sterben in die öffentliche Diskussion zu bringen und zu enttabuisieren. Denn die Aufgabe von Hospizen wird gesellschaftlich immer relevanter und öffentlich mehr wahr- und angenommen.

Arbeiten im Hospizdienst

Laut Petra Hinderer vom Hospiz Konstanz e.V. ist die wichtigste Aufgabe eines Hospizdienstes "die Begleitung und Unterstützung von schwerkranken und sterbenden Menschen jeden Alters und an jedem Ort und ihrer Angehörigen". Die konkreten Tätigkeiten in einem stationären oder ambulanten Hospizdienst, um diese Aufgabe zu bewältigen, sind vielfältig. Neben ausgebildeten Pflegekräften und Ärzten sind hier auch Sterbe- und Trauerbegleiter tätig, sowie psychosoziale Fachkräfte. Die Mitarbeiter müssen emotional gefestigt sein, denn sie begleiten Menschen in einer sehr schwierigen Zeit - eine Herausforderung, die aber auch schöne Momente und viel Dankbarkeit mit sich bringt. Ehrenamtliche Mitarbeiter sind eine zentrale Stütze der Hospizarbeit, sie werden über eine Zusatzausbildung für ihre anspruchsvolle Aufgabe qualifiziert.
Sie übernehmen dabei oft keine oder nur wenig pflegerische Aufgaben, wichtiger ist die Zeit, die den Patienten geschenkt wird, etwa durch Spaziergänge, Gespräche, oder gemeinsames Schweigen. Menschliche Nähe kann dabei oftmals sogar eine lindernde Wirkung auf die Beschwerden entfalten.

Finanzierung der Hospizarbeit

Hospizdienste werden zu einem großen Teil durch Fördermittel finanziert. Die meisten Hospizdienste sind als gemeinnützige Vereine organisiert und auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen. Eine weitere Möglichkeit ist die "Organisation von Veranstaltungen wie Konzerten oder Theatervorstellungen", so Frau Schaefer Kehnert vom ambulanten Hospizdienst Ahrensburg. Auch aus finanziellen Gründen muss die Arbeit der Hospizdienste ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden, damit diese ihre Aufgabe erfüllen können.

Ambulanter Hospizdienst

Die meisten Menschen wünschen sich ihren Lebensabend zu Hause zu verbringen - dies zu ermöglichen ist ein Ziel der Hospizarbeit. Schwere Krankheiten oder eine hohe Pflegebedürftigkeit sind oftmals Gründe dafür, dass vielen dieser letzte Wunsch verwehrt bleibt. Ambulante Hospizdienste sind vor Ort tätig, wenn der Gesundheitszustand dies erlaubt. Auch in Krankenhäusern sind Hospizdienste ansässig beziehungsweise aktiv. Entweder durch eine eigene Einrichtung des Krankenhauses oder in Kooperation mit einem ambulanten Hospizdienst.
In einigen Fällen kommt es vor, dass Patienten aus der stationären Pflege wieder nach Hause entlassen werden können, um dort von Verwandten oder ambulanten Pflegekräften in einem bekannten Umfeld betreut zu werden. So kann es sein, dass Patienten auch über mehrere Jahre begleitet werden.

Bildquelle: © C. Sollmann

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