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Pro und Kontra von anonymen Grabstätten

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Die Wahl der Grabstelle wird oft durch finanzielle Faktoren beeinflusst, etwa durch die anfallenden Grabkosten für die Bereitstellung und Pflege. Viele Menschen wählen daher ein pflegeleichtes anonymes Grab. Diese Entscheidung sollte jedoch sorgfältig überlegt sein.

Die Auswahl an Grabstätten ist auf deutschen Friedhöfen so groß wie noch nie. Immer mehr Alternativen werden bereitgestellt. Dabei wird neben den eher selten gewünschten Grabstätten, wie dem Kolumbarium oder der Urnenstele, auch schon seit langem das anonyme Grabfeld angeboten. In einem anonymen Grabfeld wird der Leichnam eines Verstorbenen beerdigt. Dabei kann sowohl eine anonyme Erdbestattung als auch eine anonyme Feuerbestattung gewählt werden. Meist findet die Bestattung auf einer Rasenfläche statt, auf der keinerlei Kennzeichnung einzelner Gräber und Daten von Verstorbenen zu finden sind. In einigen Fällen wird eine Gedenktafel mit den Namen der beigesetzten Verstorben am Rand der Rasenfläche aufgestellt.

Für viele Menschen spielen die Kosten für eine anonyme Bestattung eine große Rolle bei der Entscheidung zu Gunsten dieser Bestattungs- und Grabalternative. Das anonyme Grab ist verhältnismäßig günstig zu erwerben. Auf einigen Friedhöfen müssen weniger als 300,- Euro für das Grab gezahlt werden. Zudem entfällt bei dieser Grabart der Aufwand für die Pflege. Diese wird von der Friedhofsverwaltung übernommen und ist in der Regel mit dem Graberwerb abgegolten. Dies ist besonders für Angehörige vorteilhaft, die weite Wege für die Pflege in Kauf nehmen müssen oder aus gesundheitlichen Gründen nur mit großen Anstrengungen die Grabpflege übernehmen können.

Die vielfältigen Vorteile werden von einer großen Anzahl an Menschen auch schon zu Lebzeiten gesehen, sodass sie den Wunsch nach einer anonymen Bestattung beispielsweise in einer Bestattungsverfügung festhalten. Meist wird dies allerdings in der Annahme gemacht, dass dies zu einer Entlastung der Angehörigen führe. Generell ist das der Fall, da wie bereits erwähnt die Pflege entfällt und die Bestattungskosten für die meisten Menschen tragbar sind. Allerdings ist dieser Wunsch meist bindend und kann bei abweichenden Vorstellungen der Hinterbliebenen zu einer großen emotionalen Belastung führen. So berichten besonders Friedhofsangestellte, dass viele Hinterbliebene an anonymen Grabfeldern stehen und nach der Grabstätte des Verstorbenen suchen. Auskünfte über den Ruheort werden in der Regel nicht gegeben. Auch der Wunsch nach einer Umbettung in ein anderes Grab, das von manchen Hinterbliebenen gewünscht wird, wird nur in Ausnahmefällen genehmigt. Daher sollte der Wunsch nach einer anonymen Grabstätte im Vorfeld mit den Angehörigen besprochen werden. Als Alternativen bieten sich etwa Baumgrabstätten oder Kolumbarien an. Auch bei diesen Grabarten entfällt die Grabpflege. Allerdings wird die Grabstätte im Allgemeinen mit Namen und Daten des Verstorbenen gekennzeichnet.

Die Problematik der Anonymität bei einer Bestattung besteht darüber hinaus auch bei anderen Bestattungsarten. Einige Friedhöfe bieten beispielsweise Aschestreuwiesen an, auf denen die Asche eines Verstorbenen nicht in einer Urne beerdigt, sondern in der Luft verstreut wird. Aber auch außerhalb des Friedhofs gibt es die Möglichkeit anonym bestattet zu werden. Dies ist bei vielen Naturbestattungen der Fall, etwa bei der Fluss- oder der Luftbestattung. Auch bei einer Seebestattung ist die eigentliche Grabstelle nahezu unmöglich festzustellen. Bildquelle: © Alipictures / pixelio.de


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