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Grabrede

Zu einer Trauerfeier gehört üblicherweise auch eine Rede, die direkt an der Grabstätte des Verstorbenen als sogenannte Grabrede oder in einer Trauerhalle als Trauerrede gehalten werden kann. Eine Trauerrede ist länger als die Grabrede. Gründe dafür sind der Schutz vor den Wetterbedingungen innerhalb der Trauerhalle und die Möglichkeit zum Sitzen, insbesondere für ältere Trauergäste. Inhalt einer solchen Rede ist das Leben und Wirken des Toten. In der Regel wird das Leben anhand von Stationen umrissen, die dem Toten wichtig waren. Außerdem werden die Leidenschaften und den Eigenheiten des Toten zur Sprache gebracht. Ziel einer Grabrede ist das gemeinsame Gedenken. Die Trauergemeinde erinnert sich gemeinsam und kann anschließend direkt am offenen Grab Abschied nehmen.

Aufbau einer Grabrede

Im Vorfeld gilt es zu überlegen, ob die Grabrede religiös oder weltlich gestaltet werden soll. Handelt es sich bei der Bestattung um eine religiöse Beerdigung, so kann die Grabrede auch Bibelstellen oder Bezüge zu religiösen Geschichten enthalten. Wenn der Verstorbene nicht gläubig war, sollte die Grabrede weltlich gestaltet werden.

1. Ansprache

Zu Beginn einer Grabrede wird die Trauergemeinde begrüßt. Dabei werden die Hinterbliebenen direkt und namentlich angesprochen. Je nachdem, wie das Verhältnis des Redenden zu den Angehörigen ist, werden diese gesiezt oder geduzt.

„Verehrte Frau Mustermann, verehrte Trauergemeinde …“
„Lieber Peter (Witwer), liebe Katrin (Tochter), verehrte Trauergemeinde…“

Möglich ist auch eine direkte Ansprache des Verstorbenen im Anschluss an die Angehörigen und die Trauergemeinde. Der Verstorbene wird begrüßt, wenn es sich bei der Grabrede um eine Art fiktiven Dialog mit dem Toten handelt.

„Liebe Petra (Witwe), verehrte Trauergemeinde, lieber Herbert…“

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2. Leben des Verstorbenen

Stellen Sie dar, was den Verstorbenen ausgemacht hat. Was waren seine/ihre Charakterzüge? Welche besonderen Leistungen hat der Tote erbracht? War er oder sie in besonderem Maße engagiert oder gab es etwas was ihm/ihr sehr wichtig war? Hatte der Verstorbene ein Lebensmotto?

3. Erinnerungen

Erzählen Sie von Erinnerungen an den Verstorbenen. Was haben Sie mit dem Verstorbenen erlebt? Wie haben Sie Ihre gemeinsame Zeit miteinander verbracht? Wie haben Sie sich kennen gelernt und wie lange kannten Sie sich? Lassen Sie die Trauergemeinde an Anekdoten teilhaben und dadurch den Verstorbenen noch einmal aufleben.

4. Abschiedsworte

Am Ende werden in der Regel tröstliche Worte sowie Beileidsbekundungen ausgesprochen.

„Wir trauern um einen liebevollen Menschen. Herbert (direkte Ansprache des Verstorbenen), du warst ein wundervoller Mensch und wir werden dich nie vergessen.“

Religiöse Grabrede

Die religiöse Grabrede konzentriert sich inhaltlich weniger auf das Leben des Verstorbenen als die weltliche Grabrede. Der geistliche Sprecher verfolgt in der Regel das Ziel, der Trauergemeinde durch Bibelverse oder religiöse Gedichte Trost in ihrem Glauben an Gott zu spenden.

Weltliche Grabrede

Die weltliche Grabrede kann von einem freien Redner, dem Bestatter, den Angehörigen oder Freunden gehalten werden. Möglich sind auch mehrere kurze Reden, beispielsweise von einem Angehörigen, einem engen Freund und dem Vorsitzenden eines Sportvereins. Inhalt dieser sogenannten Leichenpredigt ist das Leben des Verstorbenen. Es wird an den Charakter und an typische Eigenheiten oder an Erlebnisse mit dem Toten erinnert. Fotos des Verstorbenen veranschaulichen die Erzählungen. Diese können als großes Bild aufgestellt oder herumgereicht werden. Die weltliche Grabrede ähnelt einem Nachruf und soll den Verstorbenen würdigen.

Aufgabe der Grabrede

Die Funktion einer Grabrede ist die Würdigung des Verstorbenen. Die Trauergemeinde gedenkt diesem und nimmt Abschied. Die Grabrede ist ein wichtiger Schritt in der Verarbeitung der Trauer. Das Beisammensein und würdigende Worte der Redner über den geliebten Verstorbenen wirken tröstlich. Gemeinsame Erinnerungen und schöne Erlebnisse, die vorgetragen werden, zeigen den Angehörigen, dass auch andere Menschen den Verstorbenen geschätzt haben und vermissen werden.


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